Welt-Event aller vier Jahre: die Fußball-WM

Sie gilt nach den Olympischen Spielen als bedeutendstes Sportereignis der Welt und zieht alle vier Jahre Millionen Menschen in ihren Bann – die Fußball-Weltmeisterschaft.

Bis es soweit kommen konnte, fristete der internationale Fußball allerdings lange Jahre ein Schattendasein innerhalb des olympischen Geschehens: Bis zur ersten Fußball WM in Uruguay hatten die Olympia-Turniere quasi den Stellenwert einer Weltmeisterschaft. Und auch erst 1920 wurde der Fußballausscheid im Rahmen der Spiele zum “Weltturnier”: Ägypten, die USA und Uruguay stellten sich der bislang dominierenden europäischen Konkurrenz. Dass alle Olympiateilnehmer Amateure sein mussten, erwies sich mehr und mehr als Problem, denn viele wichtige Fußballnationen mussten aus diesem Grund außen vor bleiben. Die FIFA reagierte nun endlich und beschloss die Austragung einer eigenen WM. Diese fand erstmals 1930 in Uruguay statt und trägt seither die offizielle Bezeichnung “FIFA Fussball-Weltmeisterschaft”.

Wachsende Beliebtheit, wachsende Kritik

Der Rest ist Geschichte – mit Ausnahme der Kriegsjahre wurde die WM aller vier Jahre mit schöner Regelmäßigkeit abgehalten. Von den 208 Verbänden der FIFA waren bislang 76 bei wenigstens einer WM vertreten. Bis sich der heutige Austragungsmodus durchgesetzt hatte, dauerte es allerdings noch. Anfänglich regierte teilweise noch das K.-o.-System, später wurde nach der in Gruppen gespielten Vorrunde zum Teil um den Gruppensieg gespielt – oder gelost. Erst seit 1998 hat sich der gegenwärtige Modus mit Gruppenspielen, Viertel- und Halbfinalen sowie Endspiel durchgesetzt. Wer letzteres gewinnt, bekommt den bekannten sechs Kilo schweren Wanderpokal aus 18-karätigem Gold. Allerdings nur symbolisch: Das Original verbleibt bei der FIFA, der Sieger muss sich mit einer vergoldeten Replik zufrieden geben, darf die allerdings dauerhaft behalten. Nach dem Wunder von Bern 1954 und dem Sieg gegen die Niederlande 1974 spielte sich Deutschland 1990 gegen Argentinien zum dritten Mal an die absolute Weltspitze. Damit zog die Nationalmannschaft mit Italien und Brasilien gleich, die den Titel zu diesem Zeitpunkt ebenfalls jeweils dreimal gewonnen hatten. Der Ruhm war von kurzer Dauer, mittlerweile haben die Italiener vier Titel auf dem Konto und die Brasilianer sogar fünf. Nichtsdestotrotz erfreut sich der Sport ums runde Leder in Deutschland immer weiter wachsender Beliebtheit und die WM gerät aller vier Jahre zum nationalen Event. Das ist in anderen Ländern nicht anders, schon gar nicht in Brasilien, dem Austragungsort 2014. Allerdings ist die Begeisterung dort nicht mehr ungetrübt. Angesichts gigantischer Investitionen in die Fußball-Infrastruktur und die damit einhergehende Vernachlässigung sozialer und bildungstechnischer Belange kam es dort im Vorfeld zu ernstzunehmenden Protesten mit zehntausenden Teilnehmern.

 

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