Test für die WM 2014: der Confederations Cup

Normalerweise genießt der Confederations Cup als „Generalprobe“ der WM keine große Medienaufmerksamkeit. 2013 war das etwas anders. Zum einen wegen der vehementen Proteste gegen Confed Cup und WM im Gastgeberland Brasilien, zum anderen wegen des Traumfinales zwischen Weltmeister Spanien und Gastgeber Brasilien.

Das allgemeine Interesse am heutigen Confederations Cup war schon immer eher überschaubar. Ins Leben gerufen wurde der Interkontinentale Wettbewerb im Fußball der Herren-Nationalmannschaften in Saudi-Arabien. Saudische Herrscher sind normalerweise für alles Mögliche berühmt und berüchtigt, allerdings nicht unbedingt für übergroße Fußballbegeisterung. Beim 2005 verstorbenen König Fahd ibn Abd muss das anders gewesen sein, jedenfalls stiftete der Herrscher 1992 den König-Fahd-Pokal. Seit 1997 wird dieser vom Fußball-Weltverband FIFA ausgerichtet und ist seitdem auch unter seinem heutigen Namen bekannt. Fand der Confed Cup noch bis 2005 aller zwei Jahre statt, wird er seitdem, wie auch die Weltmeisterschaft im Vierjahresrythmus ausgetragen.

Mittlerweile ist der Wettkampf auch so etwas wie die organisatorische Generalprobe für den Ausrichter der kommenden WM. Seit 2001 findet er jeweils in deren designiertem Gastgeberland statt. Als „kleine WM“ mit gerade einmal acht teilnehmenden Mannschaften ist das Interesse am Pokal bis heute nicht gerade riesig. Mitspielen dürfen die Sieger der sechs kontinentalen Meisterschaften, der amtierende Weltmeister und der jeweilige Gastgeber. Ist ein Weltmeister gleichzeitig auch Meister in seinem kontinentalen Verband, rückt der Vizemeister dieses Kontinents nach, damit es bei acht Mannschaften bleibt. So geschehen auch 2013: Spanien ist gleichzeitiger Welt- und Europameister, Italien als EM-Zweiter durfte also in Brasilien mitspielen.

Schwacher Weltmeister und Massenproteste

Die Vorrunde verlief 2013 wenig spektakulär. Gespielt wurde wie üblich in zwei Gruppen. Brasilien trat in Gruppe A an, Welt- und Europameister Spanien in Gruppe B, beide Mannschaften dominierten in ihrer jeweiligen Gruppe souverän und gewannen jeweils alle drei Spiele. Im Halbfinale zeichnete sich allerdings schon ab, dass es um die weltbeste Mannschaft der letzten Jahre nicht zum Besten bestellt war: Spanien konnte sich gegen Italien erst im Elfmeterschießen durchsetzen. Im Finale nahm das Drama dann seinen Lauf. Die Spanier legten gegen Brasilien einen äußerst müden Auftritt hin und kassierten schon nach 95 Sekunden das erste Tor. Sie leisteten nur verhaltenen Widerstand und mussten kurz vor Ende der ersten Halbzeit einen zweiten Treffer einstecken. Die zweite Halbzeit geriet für die Iberer zum Alptraum. Gleich zu Beginn fiel der entscheidende Treffer, Ramos vergab noch einen Elfmeter und Spanien blieb somit am Ende komplett torlos.

Die zum Teil gewaltsamen Massenproteste, die den Confed Cup begleiteten, zeigten allerdings, dass die Begeisterung für Fussball selbst in Brasilien ihre Grenzen hat. Die Demonstranten kritisierten Misswirtschaft und die gigantischen Ausgaben in Vorbereitung auf den Cup und die WM im kommenden Jahr bei gleichzeitiger Vernachlässigung von Infrastruktur und Bildung. Kein gutes Omen für die Weltmeisterschaft.

 

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