Fußball Bundesliga: Erfolgsgeschichte mit holprigem Start

Mehr als 100 Jahre dauerte es nach der Erfindung des Fußballs, bis sich die Deutschen 1963 eine einheitliche nationale Liga zulegten. Der Start war holprig, es folgten Hochs und Tiefs, doch heute ist die Bundesliga so beliebt wie nie zuvor.

Nachdem 1857 mit dem FC Sheffield der erste Fußballclub der Welt gegründet wurde, dauerte es noch eine ganze Weile, bis sich der Sport auch in Deutschland durchsetzte. Zwar wurde schon 1874 in Dresden von Exil-Engländern der erste deutsche Club ins Leben gerufen, aber es gingen noch einmal 26 Jahre ins Land, bis die deutschen Fußballer mit dem DFB einen übergeordneten Verband bekamen. Erst ganze 63 weitere Jahre später spielten sie den Meistertitel in einer nationalen Liga aus – wegen der deutschen Teilung allerdings nur im Westen, die DDR hatte zu diesem Zeitpunkt längst ihre eigene Liga. Während sich andere europäische Länder vor dem zweiten Weltkrieg bereits in nationalen Ligen organisiert hatten, spielten in Deutschland 1932 ganze 55 regionale Ligen mit Erstligastatus. Nach dem Machtantritt der Nazis wurde die ganze Sache etwas gestrafft, nun gab es nur noch 16 Gauligen. Aber auch nach dem Krieg hat man noch lange über die Schaffung einer einheitlichen Profiliga diskutiert: Sowohl DFB als auch die Landesverbände zeigten große Bedenken, ob sich sportlicher Wettkampf und Marktwirtschaft denn vereinbaren ließen. Aus heutiger Sicht klingt das wie ein Märchen aus einer anderen Welt.

Vom Krisenkind zum Publikumsmagneten

Zum Start der Saison 1963/64 war es dann endlich soweit: 16 Mannschaften spielten in der Fussball Bundesliga um den deutschen Meistertitel – jeder gegen jeden in Hin- und Rückspiel. Der 1. FC Köln gewann überlegen mit sechs Punkten Vorsprung. Schon in der Folgesaison geriet die Bundesliga in ihre erste Krise. Hertha BSC wurde wegen zu hoher Zahlungen an Spieler (!) die Lizenz entzogen, um den nun zusätzlich freigewordenen Platz entstand ein Gerangel unter den beiden Absteigern. 1965 stiegen mit dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach die beiden Vereine auf, die nur wenige Jahre später die Meisterschaft für eine Dekade unter sich ausmachten. Während die Borussen längst auf Mittelmaß abgesunken sind, haben die Bayern mittlerweile 22 Meistertitel auf dem Konto und sind damit bis heute der erfolgreichste Verein.

Anfang der 1970er Jahre erschütterte ein weiterer Skandal die Fußball Bundesliga, der Sport verlor an Glaubwürdigkeit und die Zuschauerzahlen sanken kontinuierlich. Schlagzeilen machten lediglich immer neue Rekorde in der Höhe der Ablösesummen bei Spielertransfers. Doch seit der Wiedervereinigung erfreut sich die Bundesliga wieder wachsender Beliebtheit – zum einen wegen des EM- und WM-Titels der Nationalmannschaft in den 1990er Jahren, zum anderen wegen einer cleveren Vermarktung. Seitdem steigen die Zuschauerzahlen auf immer neue Bestmarken: Mit rund 10 Millionen Zuschauern pro Saison interessieren sich deutlich mehr Deutsche für die Bundesliga als Spanier, Italiener und Engländer für ihre jeweiligen Ligen. Das auch das spielerische Niveau stimmt, zeigt die Tatsache, dass 2012/13 am Ende erstmals zwei deutsche Mannschaften die Champions League unter sich ausmachten. Die Rekordmeister aus München triumphierten auch hier und gewannen mit 2:1 gegen Borussia Dortmund.

Google+ Profil der Autorin

Print Friendly

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>