Die Teilnehmer der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 im Überblick

Nachdem nun die Qualifikationsspiele und Play-off-Partien für die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 abgeschlossen sind, stehen alle 32 Teilnehmer fest. Mit welchen Teams dabei zu rechnen ist, zeigt eine nach Regionen gegliederte Übersicht.

Afrika

Vom afrikanischen Kontinent werden Algerien, die Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun und Nigeria an der WM-Endrunde teilnehmen. Die höchste Qualität dürfte dabei das Team der Elfenbeinküste aufweisen, das den Senegal in den Playoffs eliminierte. Die Ivorer stehen nicht nur auf dem siebzehnten Platz der Weltrangliste, sondern konnten sich bereits für die letzten beiden WM-Endrunden qualifizieren. Zudem haben sie mit Touré und Drogba zwei Ausnahmekönner im Kader, die bereits zwei Mal zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt wurden.
Ghana sollte – vor allem nach dem 6:1-Heimerfolg gegen Ägypten in den Play-offs – nicht unterschätzt werden. Immerhin stießen die auf Position 23 der Weltrangliste platzierten „Black Stars“ bei der letzten WM-Endrunde bis in das Viertelfinale vor und verfügen mit Gyan und Kevin-Prince Boateng über Weltklassespieler.
Algerien, Nigeria und Kamerun befinden sich lediglich auf den Plätzen 32, 33 und 59 der Weltrangliste. Das Trio scheiterte bei der letzten WM-Endrunde bereits in der Gruppenphase und dürfte auch in Brasilien nur sehr bescheidene Chancen haben, die K.-o.-Spiele zu erreichen.

Asien

Aus dem asiatischen Verband werden die Teams Australien, Iran, Japan sowie Südkorea nach Brasilien reisen. Am stärksten ist noch die auf Position 44 der Weltrangliste geführte Auswahl Japans einzuschätzen. Immerhin nahm das Land seit 1998 an jeder WM-Endrunde teil und verfügt mit Kagawa und Okazaki über starke Offensivspieler, die jedem Bundesligafan bekannt sein sollten.
Fünf Plätze hinter Japan in der Weltrangliste ist der Iran platziert. Das Team zeichnet sich eher durch eine starke Defensive und ein geordnetes Spielsystem aus. So genügten der Mannschaft acht erzielte Tore in den acht Qualifikationsspielen, um die WM-Endrunde zu erreichen.
Auf den Plätzen 56 und 57 der Weltrangliste werden Südkorea und Australien geführt. Beide Mannschaften verfügen über einzelne bemerkenswerte Akteure – wie den beim Hamburger SV aktiven Son oder den Leverkusener Kruse – haben aber insgesamt einen zu schwachen Kader, um bei der Weltmeisterschaft weit zu kommen.

Europa

Europa stellt mit Belgien, Bosnien-Herzegowina, Deutschland, England, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, den Niederladen, Portugal, Russland, der Schweiz und Spanien gleich dreizehn Teilnehmer für die WM-Endrunde. Ein Favorit auf den Titel ist als Weltranglistenerster sowie amtierender Welt- und Europameister natürlich Spanien. So eine hohe Dichte an Superstars – wie Iniesta oder Alonso – weist kaum ein anderes Team auf.
Zum Favoritenkreis gehört auch der Weltranglistendritte Deutschland. Jogis Jungs spielten nicht nur eine tolle Qualifikation ohne Niederlage, sondern waren bei den letzten drei WM-Turnieren zudem immer unter den ersten Drei. Spieler wie Lahm oder Özil sind Weltklasse.
Belgien rangiert dank einer starken Qualifikation auf einem beachtlichen fünften Weltranglistenplatz. Das ist um so bemerkenswerter, weil das Team sich nicht für die letzten beiden WM-Endrunden qualifizieren konnte. Trainer Wilmots hat aus Top-Spielern wie Lukaku, Fellani oder Kompany ein sehr starkes Team geformt, dem aber noch die Erfahrung fehlt.
Auch bei dem Weltranglistensiebten, der Schweiz, gebührt Coach Hitzfeld ein großer Anteil am Erfolg. Für den ganz großen Coup dürfte das Spielermaterial allerdings zu limitiert sein.
Auf dem geteilten achten Weltranglistenplatz rangieren mit Italien und den Niederlanden zwei große Fußballnationen. Beide verfügen über exzellente Spieler – man denke etwa an Pirlo und Balotelli auf der einen sowie van Persie und Huntelaar auf der anderen Seite – und haben bewiesen, dass bei Weltmeisterschaften mit ihnen sicher zu rechnen ist. Italien war 2006 Weltmeister und die Niederlande feierten 2010 den Vizeweltmeistertitel.
Der Weltranglistenzehnte England gewann zwar seine Qualifikationsgruppe, allerdings scheinen starke Akteure wie Gerrard oder Lampard schon ihren Zenit überschritten zu haben.
Portugal und Frankreich, auf den Plätzen vierzehn und 21 in der Weltrangliste platziert, konnten sich erst über die Relegation für die WM-Endrunde qualifizieren. Beide sind sehr von ihren Superstars Ronaldo und Ribéry abhängig, die an guten Tagen Spiele im Alleingang entscheiden können.
Bosnien-Herzegowina konnte sich erstmals für eine WM-Endrunde qualifizieren und sorgte dafür, dass Griechenland dazu in die Relegation musste. Den beiden in der Weltrangliste auf den Plätzen sechzehn und fünfzehn platzierten Teams ist der ganz große Wurf nicht zuzutrauen, obwohl besonders die Mannschaft aus dem früheren Jugoslawien über Weltklasse-Stürmer wie Džeko und Ibišević verfügt.
Die auf den Weltranglistenpositionen achtzehn und neunzehn platzierten Mannschaften Kroatien und Russland werden beim Kampf um den Titel keine Rolle spielen. Beide verpassten bereits die Qualifikation für die WM 2010 und sind nicht so stark wie die besten europäischen Teams besetzt.

Nord- und Mittelamerika sowie Karibik

Mit dem Titelgewinn dürfte keinen der vier qualifizierten Nationen – Costa Rica, Honduras, Mexiko und die USA – etwas zu tun haben. Am meisten trauen Experten noch den USA zu, die in der Weltrangliste Dreizehnter sind und auch ihre Qualifikationsgruppe sowie den Gold Cup gewannen.
Mexiko tat sich in der Qualifikation hingegen schwer und konnte erst in der Relegation das Ticket für Brasilien lösen. Die Mannschaft rangiert derzeit auch nur noch auf Platz 24 der Weltrangliste.
Noch weiter hinter werden hier Costa Rica (Rang 31) und Honduras (Platz 34) geführt. Für die „Fußballzwerge“ wäre ein Überstehen der Gruppenphase bereits ein Riesenerfolg.

Südamerika

Mit Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien und Uruguay kämpfen sechs Teams aus Südamerika um den WM-Titel 2014. Die größten Chancen dürfte dabei Gastgeber Brasilien haben, der bereits 2013 den Konföderationen-Pokal gewinnen konnten und mit Neymar und Hulk vielleicht die Stars des Turniers stellen könnte.
Zum Favoritenkreis muss auch der Weltranglistendritte Argentinien gezählt werden, der die Qualifikation als Gruppensieger beendete und mit Messi über einen der besten Spieler aller Zeiten verfügt.
Der Weltranglistensechste Uruguay musste überraschenderweise den Umweg über die Relegation nehmen, überzeugte aber hier zumindest im Hinspiel. Mit dem Rekordtorschützen Suárez hat das Team einen der besten Stürmer Südamerikas in seinen Reihen.
Nach einer starken Qualifikation wird Kolumbien etwas überraschend auf dem vierten Platz der Weltrangliste geführt, allerdings darf bezweifelt werden ob die Südamerikaner wirklich zu den Top 5 der Welt gehören.
Der spielstarke Weltranglistenzwölfte Chile könnte für Überraschungen sorgen.
Ecuador – 22. der Weltrangliste – ist der schwächste südamerikanische Vertreter bei der WM-Endrunde.

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